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Der Grottenolm - Mitteilungsheft des HFC Bad Hersfeld e.V. (Heft 1/2001, S. 12-15)

Neue Erkenntnisse über die Entstehung der Eifeler Maare

von Helmut Steiner, Hanau am Main

Auf Einladung des HFC Bad Hersfeld hielt am 02.12.2000 der in Fachkreisen wohlbekannte Landschaftshistoriker Prof. Dr. S. Zaenker im Hotel Adler in Fulda einen wohlbesuchten Vortrag über neue Belege seiner aufsehenserregenden Theorie zur Entstehungsgeschichte der Eifeler Maare. Wiewohl schon vor Jahren veröffentlicht, wurden diese Theorien von Teilen der Wissenschaft bisher nicht zur Kenntnis genommen. "Bestimmte Kollegen, deren Name ich hier nicht nennen möchte, haben einfach Schwierigkeiten, Ergebnisse zu akzeptieren, die nicht von ihnen selbst stammen" so Prof. Dr. Zaenker mit einem Anflug von Traurigkeit. Angesichts der neuen Belege wird es aber auch diesen Kollegen schwerfallen, die Theorie Prof. Dr. Zaenkers weiterhin zu ignorieren.

Wie allgemein bekannt, aber selten öffentlich zugegeben, existieren keinerlei schriftlichen Belege für die Existenz der Eifeler Maare vor dem 15. Jahrhundert. In der berühmten, im Kloster Weltenburg aufbewahrten Handschrift Res Naturae Eifellensis, die allgemein auf das Jahr 1463 datiert wird, verbreitet sich die Dichterin Waltruth von der Storchenweide ausführlich über die bewaldeten Hügel der Eifel, ohne die heute so auffälligen Maare auch nur zu erwähnen, wärend die Schriften der späteren Romantik sich im Zauber der so wundersamen Seen ergehen.

Auf den ersten Hinweis zur Lösung dieses Problems, das Limnohistoriker bisher vergeblich zu lösen suchten, stieß Prof. Dr. Zaenker eher zufällig beim Studium einer mittelalterlichen Beschreibung der Belagerung der Veste Innsbruck, die Julius Landsperger, einem Leitermacher im Lager des Fürstbischofs von Freising, zugeschrieben wird. Dort heißt es: Unt allsda Mann unt Knecht auf Geheissen Seyner Fürstpischoefflicher Genaden gegen die Veste stürmeten unt die Leytern anlegten, da prasselten Bech unt Schwefäl und Eyffeler Karbitum auf uns hernieden, daßs eynem des Hören und Seh'n verganget, unt gar manch arm' Christenseele zum Himmel fuhr!

Was aber hatte es mit dem Eyffeller Karbitum, dem Eifeler Karbid, auf sich? Studien der mittelalterlichen Kriegskunst ergaben schnell, daß Karbid, ein extrem hartes Mineral mit der chemischen Formel CaCO2, im Mittelalter in großem Umfang als mauerbrechende Katapultsteine und panzerbrechende Geschosse für Handschleudern verwendet wurden, sowie während Belagerungen von den Mauern geworden wurden, nicht nur um Leitern und Sturmtruppen zu zerschmettern, sondern auch, um im Burggraben ihre höchst eschröcklichste Wirkung zu entfalten, wie es in einer alten Handschrift heißt. Auch wenn die Lagerung dieses heiklen Materials immer wieder Probleme gemacht haben mußte, so ist es beispielsweise belegt, daß die Burg Trausnitz im Jahre 1451, verursacht durch das undichte Dach eines Karbidlagers, bis auf die Grundmauern niederbrannte. So glaubten mittelalterliche Strategen offensichtlich, nicht ohne diese Waffen auskommen zu können (womit sich erstaunliche Parallelen zu heutigen, uranbestückten Geschossen ergeben).

Karbid ist aber nun ein relativ seltenes Material, dessen besonderen Bildungsumstände immer noch nicht hinreichend geklärt sind. Einig sind sich die Wissenschaftler nur, daß vulkanische Vorgänge von nöten sind, wie sie offensichtlich nur in der Eifel geherrscht haben. Übereinstimmend sprechen alle mittelalterlichen Wehrschriften immer nur vom Eyffeler Karbit. Warum findet sich nun in der umfangreichen montanhistorischen Literatur keinerlei Hinweise auf einen Karbidabbau in der Eifel? Für Wehrhistoriker ist die Antwort offensichtlich: Der Abbau unterlag strengster Geheimhaltung, Berichte sind daher nur von Seiten der Opfer, wie obig zitierter, vorhanden. Als Prof. Dr. Zaenker beim weiteren Studium der Schriften dann auf unerklärliche Lücken für die Zeit des ausgehenden Mittelalters stieß, und nur noch verschwommene Berichte fand, in denen von Chaos, Tod und Pestilenz und Gottes Strafe die Rede war, war schnell der Verdacht geboren, daß es zu einem größeren Unglück in den sicher sehr extensiven Karbidminen gekommen sein mußte. Ein Restwissen von diesem Unglück war offensichtlich lange Zeit noch im Volkstum vorhanden, so schreiben die Brüder Grimm in ihrer ersten Auflage der Deutschen Volkssagen, daß die ganz alten Leute in der Eifel die Maare noch "Teufelslöcher" nennen, und hinter vorgehaltener Hand wispern, die wären entstanden, als Gott die Menschen strafte, weil sie einander mit Stein und Feuer töteten.

Unabhängige Bestätigung erfuhr die Zaenkersche Theorie erstmals, als ein Forscherteam um das französischen Wissenschaftlerpaar Gérard Stonée und Siglande Stonée-Qua Karbidasche in den Höhlen der Ardeche einer neutrino-mnemnotechnischen Analyse unterzogen, die auf dem neuentdeckten Neutrino–Memory-Effekt beruht.

Die Analysen ergaben, daß die Karbidasche eindeutig aus den Eifeler Lagerstätten stammten, wobei die Teilchenfraktalreverse den Zeitpunkt der Explosion mit 90 % Wahrscheinlichkeit zwischen den Jahren 1475 und 1495 annimmt. Berechnungen der Energiemenge, die nötig ist, um Karbidasche in derart entlegene Gegenden zu transportieren, korrellieren relativ gut mit einer Karbidmenge, die dem heutigen Volumen der Eifeler Maare entspricht, wenn man eine Überdeckung von etwa 20-50 m Taubgestein annimmt. Vermutlich waren größere Teile Europas mit Karbidasche überzogen, die in die Höhlen eingeschwemmt wurden und sich dort nur unter besonderen Bedingungen erhalten konnten. Weitere Recherchen des chinesischen Pyrotechnikers Lau Män ergaben, daß die Staubentwicklung eine Explosion dieser Größenordnung so groß gewesen sein muß, daß der Himmel in Europa vermutlich auf mehrere Jahre verdunkelt wurde, und so den Begriff vom Finsteren Mittelalter geschaffen hat. Auch müssen alle Gebäude in weiten Teilen Mitteleuropas zerstört worden sein. Während die Holzhäuser der Bauern aber alle seit langem verrottet sind, blieben die Ruinen der Burgen vielfach erhalten. Diese Explosion hat praktisch das Ende des Mittelalters bedeutet.

Soweit der bisherige Stand der Wissenschaft. Ein wahrhaft aufsehenerregender Fund in den Meteora-Klöstern in Griechenland bringt uns nun zum ersten Male Kunde vom tatsächlichen Hergang dieses Unglücks. Die in hochmittelalterlichem Kirchenlatein verfaßte Handschrift war jahrhundertelang unbeachtet geblieben, da diese Sprache den griechisch-orthodoxen Mönchen nicht geläufig war, ihre Authentizität sei aber über jeden Zweifel erhaben, wie der als Historiker weitbekannte Abt des Klosters Dimitri Weberekos bestätigt. Verfasser der Poenas Deo – Strafe Gottes – betitelten Schrift sei ein Frater Proteus genannter Mönch, der, wie er selbst berichtet, zur Zeit des Unglücks im Kloster Mehren Dienst tat und das Unglück auf wundersame Weise im Weinkeller überlebend, jahrelang durch Europa irrte, um schließlich in Griechenland zur Ruhe zu kommen, und dort, seinem Ende nahe, seine Erlebnisse niederschrieb, der Törichten Menschheit zur Warnung.

Wie uns Bruder Proteus berichtet, war die Karbidproduktion wohl aufs äußerste gesteigert worden, da sich das christliche Abendland zum Kreuzzug rüstete, da sie durch die Türkeneinfälle die mittelhochdeutsche Leitkultur gefährdet sahen. Gleichzeitig bereitete sich das Kurfürstliche Bayern in aller Heimlichkeit zum Krieg mit den Fürstentümern und Königreichen nördlich der Donau vor, als diese dem Kurfürstentum das Tragen von Kreuzen verbieten wollten. In diesem Sommer hatte es mehr als üblich geregnet, die Wege waren aufgeweicht, Regen und Morast hatten den Abtransport des bereits gebrochenen Karbids verhindert, und so hatte man entgegen der von Papst Speleus IV erlassenen Lex Karbitum angefangen, das Karbid in bereits abgebauten Stollen zu lagern, während sich die Regenrückhaltebecken mehr und mehr füllten.

Bruder Proteus Bericht beginnt mit den Worten: Es war an Josephi im Jahre des Herren 1490 als der Herr großes Unglück über uns schickte. Ein großes Rumoren sei aus dem Bauch der Erde zu hören gewesen, als Wasser durch eine undichte Spundwand in das Bergwerk gelaufen sei, und der türkische Obersteiger Aze Tüleen habe seine Rüböl-Lampe entzündet und sei in den Schacht eingefahren, um nach dem Rechten zu sehen, worauf Gottes Strafgericht über uns hereinbrach, Feuer aus dem Bauch der Erde spie und der Himmel sich verfinsterte.

Dort aber, wo die Minen gewesen waren, gab es runde Löcher bis zur Hölle hinunter, wodurch alle Teufel der Unterwelt aufstiegen, bis der Herrgott ein einsehen hatte und sie mit den Wassern dieser Erde zurückspülte. Soweit also der Augenzeugenbericht. Wir hoffen, daß dieser unwiderlegbare Beweis auch jene Kritiker Prof. Dr. Zaenkers zum Schweigen bringt, deren Namen wir hier nicht nennen wollen, und wünschen ihm, daß er endlich die Anerkennung erfährt, die seinem großen Werk gebührt.

Quelle: www.hfc-hersfeld.de/hfc/olm/2001104.html

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